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Vorerst keine weiteren Preissprünge bei Milchprodukten erwartet

Erschienen am 12.01.2017
Für Milchprodukte sind vorerst keine weiteren Preissprünge in Sicht. «Wir gehen davon aus, dass die Preise stabil auf dem Niveau bleiben, wo sie im Moment sind», sagte der Vorsitzende der Landesvereinigung Milchwirtschaft Nordrhein-Westfalen, Hans Stöcker, am Donnerstag in Krefeld zu den Aussichten in den nächsten Monaten.

Wie die nächste große Verhandlungsrunde mit den Handelskonzernen im April verlaufen werde, sei noch nicht absehbar. Dabei werde es nicht nur um den Preis, sondern auch um Produktionsstandards gehen. Derzeit gebe es eine «Inflation» an Forderungen zur Haltung der Milchkühe durch die großen Ketten Lidl und Aldi, die nicht zu erfüllen seien.

Die lange und tiefe Milchmarktkrise hätten Handelsunternehmen schon dazu genutzt, gentechnikfreies Futter zu einem neuen Standard zu machen, sagte der Co-Vorsitzende Wilhelm Brüggemeier. Von etwa 30 Prozent nehme der Anteil von gentechnikfreiem Futter weiter zu. Das bringe Mehrkosten von etwa 1,5 Cent je Liter Milch.

Etwa jeder zehnte Milchkuhhalter in Nordrhein-Westfalen hat innerhalb eines Jahres aufgegeben. In einigen anderen Bundesländern sind es den Angaben zufolge über zehn Prozent gewesen. Mit weiteren Betriebsaufgaben sei zu rechnen. Der Erlös der Milchviehhalter sei im Dezember 2016 zwar im Schnitt auf etwa 30 Cent je Kilogramm Rohmilch nach dem Tiefpunkt von teilweise nur 20 Cent gestiegen. Nötig wären aber noch deutlich mehr.

Die Milchpreise waren im deutschen Einzelhandel in der untersten Preislage Anfang November um 40 Prozent auf 60 beziehungsweise 65 Cent je Liter und Fettgehalt gestiegen. Aber lediglich bei der Butter lägen die Preise nun wieder auf dem Vorkrisenniveau oder darüber.