Umweltschützer fordern Reform der EU-Agrarsubventionen - Spiegel Landtechnik GmbH

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Umweltschützer fordern Reform der EU-Agrarsubventionen

Erschienen am 13.02.2019
Berlin (dpa) - Die Grünen-nahe Heinrich-Böll-Stiftung und die Naturschutz-Organisation BUND fordern eine grundlegende Reform der milliardenschweren EU-Agrarsubventionen. Derzeit fast 60 Milliarden Euro Fördergelder pro Jahr kämen hauptsächlich industriellen Großbetrieben zugute, kritisieren sie im «Agrar-Atlas», den sie am Mittwoch in Berlin vorstellten. Die Autoren sprechen sich darin für eine andere Verteilung der Gelder aus, die umweltfreundliches Wirtschaften stärker fördern soll.

«Ein Prozent der Betriebe in Deutschland bekommt etwa zwanzig Prozent der Subventionen - und das ohne größere ökologische Auflagen», kritisierte die Vorsitzende der Heinrich-Böll-Stiftung, Barbara Unmüßig. Es gehe kaum Geld in die Bereiche der Landwirtschaft, die den Menschen wichtig seien, wie Natur, Tierwohl und die Förderung kleiner und mittlerer Betriebe oder Klimaschutz. Der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger forderte: «Wir müssen weg von pauschalen Zahlungen pro Fläche.» Die kleinen und mittleren Betriebe seien die Leidtragenden dieser verfehlten Politik und würden nur unzureichend unterstützt.

Ein Großteil des Geldes geht im Moment als Direktzahlung an die Bauern. Ein kleinerer Teil ist außerdem für die Entwicklung des ländlichen Raums abrufbar. Die Direktzahlungen richten sich in erster Linie nach der Größe der bewirtschafteten Fläche.

In der EU wird derzeit über den neuen Haushalt und eine Reform der Verteilung der Agrargelder diskutiert. Die Verhandlungen dürften sich noch hinziehen. Nach den derzeitigen Plänen der EU-Kommission soll das Prinzip der Direktzahlungen beibehalten werden. Es ist aber eine Obergrenze geplant: Ab 60 000 Euro pro Betrieb sollen die Gelder reduziert und bei 100 000 Euro vollständig gekappt werden.

Auch beim Artenschutz, beim Pestizideinsatz und in der Tierhaltung fordern die Autoren des «Agrar-Atlas» zum Umdenken auf. Obwohl es Beispiele für funktionierende Umweltprogramme gebe, fehlten «Einsicht, Geld und präzise Programme», schreiben die Autoren.