Experte mahnt zu Kampf gegen Borkenkäfer - «sonst droht Katastrophe» - Spiegel Landtechnik GmbH

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Experte mahnt zu Kampf gegen Borkenkäfer - «sonst droht Katastrophe»

Erschienen am 12.07.2017
Experte mahnt zu Kampf gegen Borkenkäfer - «sonst droht Katastrophe» Sie sind wieder da. Und zwar massenhaft. Borkenkäfer hatten zuletzt ideale Bedingungen. Waldbesitzer müssen jetzt handeln.

Freising (dpa) - Borkenkäfer könnten wegen milder Temperaturen im Herbst und Winter in diesem Jahr große Schäden anrichten. Davor warnt der Leiter der Abteilung Waldschutz an der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft, Ralf Petercord. Der Schädling habe sich wie erwartet in dieser Saison massiv ausgebreitet. Er vermehre sich derzeit stark und befalle viele Bäume.

Wenn die befallenen Fichten nicht so schnell wie möglich gefällt und entrindet oder aus dem Wald geholt werden, ist ein hoher Baumverlust wahrscheinlich. «Wenn man nichts tut, läuft man in eine Katastrophe hinein», betont Petercord.

Betroffen seien vor allem die fichtenreichen Bundesländer. «Sie haben alle Borkenkäfer-Probleme dieses Jahr.» Zu ihnen gehören die Bundesländer in der Mitte und im Süden Deutschlands.

Die Fichte (Picea abies) ist die häufigste Baumart in Deutschland gemessen an ihrem Flächenanteil. Sie bedeckt 24,2 Prozent der Waldflächen in Deutschland, wie die jüngste Bundeswaldinventur von
2012 zeigt.

Die Borkenkäfer konnten sich wegen des warmen Herbstes und des relativ milden Winters zuletzt sehr gut entwickeln. Zudem schwärmten sie teilweise bereits Anfang April und begannen vergleichsweise früh mit der Eiablage. Dementsprechend hoch ist nun die Populationsdichte.

Borkenkäfer-Befall ist daran zu erkennen, dass das Bohrmehl der Käfer in den Rindenschuppen, Spinnennetzen oder auf den Pflanzen um den Baum herum zu finden ist. Um eine Fichte nachhaltig zu schädigen, sind Petercord zufolge etwa 300 bis 400 Käfer nötig.