«Charta von Berlin» soll Landflucht in Entwicklungsländern bremsen - Spiegel Landtechnik GmbH

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«Charta von Berlin» soll Landflucht in Entwicklungsländern bremsen

Erschienen am 27.04.2017
Berlin (dpa) - Die deutsche G20-Präsidentschaft bereitet eine Initiative gegen Hunger und Landflucht in Entwicklungsländern vor. «Die Zukunft der Menschheit entscheidet sich im ländlichen Raum», sagte Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) am Donnerstag in Berlin bei der Eröffnung einer zweitägigen Konferenz mit dem Titel «EINEWELT ohne Hunger ist möglich - Die Zukunft des ländlichen Raums». Das Treffen im Rahmen der deutschen G20-Präsidentschaft dient auch der Vorbereitung des G20-Gipfels im Juli in Hamburg. Ein Expertenteam, dem Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus angehört, legte bei der Konferenz eine «Charta von Berlin» für die Unterstützung junger Landwirte in Entwicklungsländern vor.

Müller plädierte für eine «Agrarwende von unten» mit Unterstützung für Kleinbauern. «Wir können Erträge vervielfachen, mit modernem Wissen und Innovation», - auch ohne Gentechnik und massiven Einsatz von chemischem Dünger. Die Schaffung besserer Lebensperspektiven in ländlichen Gebieten sei auch Fluchtursachenbekämpfung. Denn der Umzug verarmter Kleinbauern und Nomaden in die Stadt sei oft der erste Schritt hin zu einer nicht immer freiwilligen Migration.

Die Hilfsorganisation Oxfam kritisierte die Charta. Sie erklärte:
«Damit sollen Investitionen von Unternehmen gefördert werden, denen vom BMZ, Geldgebern und Entwicklungsbanken leider eine herausragende Rolle zugeschrieben wird.»