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Bauernpräsident für neue Verhandlungen mit USA über Handelsabkommen

Erschienen am 09.01.2017
Der bayerische Bauernpräsident Walter Heidl hält ein Handelsabkommen mit den USA weiter für erforderlich. Auch wenn das umstrittene Abkommen TTIP zwischen den USA und der EU als gescheitert gelte, komme man um eine Regelung nicht herum, sagte Heidl in München. «Wir müssen so ehrlich sein: Bayern ist ein starker Agrarstandort. Bei uns wird zum Beispiel traditionell mehr Milch und Käse erzeugt, als wir selbst verbrauchen. Wir müssen also ein Interesse am Handel mit hochwertigen Lebensmitteln haben, nur so können möglichst viele Bauernhöfe erhalten werden.»

Oberstes Ziel sei es, die hiesigen Standards zu schützen. «Dass wir keinen freien Handel wollen, haben wir immer deutlich gemacht.» Bei TTIP hatten die Bauern gewarnt, ohne Regelungen könnten US-Produkte wie mit Hormoneinsatz erzeugtes Fleisch hier auf den Markt kommen.

Die Landwirte in Bayern produzierten zu 78 Prozent für den heimischen Markt. Von den übrigen Waren gehen mehr als 80 Prozent in europäische Nachbarländer und der Rest in Drittstaaten. «Auch dort gibt es kaufkräftige Kunden, zum Beispiel in China.»

Szenarien, nachdem TTIP auf Eis liegt: ein Abkommen zwischen den USA und China - oder zwischen den USA und Europa. Um auch künftig weltweit hohe Standards für Verbraucher und Umwelt setzen zu können, müsse es deshalb seitens der EU neue Verhandlungen geben. «Es wird eine neuen Anlauf geben - geben müssen», sagte Heidl. Aber: «Wir brauchen kein schnelles Abkommen. Wir brauchen ein gutes Abkommen.»